Die (Bier) Geschichte des Berliner Bierfestivals

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1.Internationales Berliner Bierfestival 1997

Lothar Grasnik - Herbert Schmidt

1997 fing es an, mit 112 Brauereien aus 44 Lndern, 500 exklusive Bierspezialitten auf einer Lnge von 1,2 km. Live Musik auf 7 Bhnen, und etwa 200000 Besuchern, Babylonien als Erfinder des Bieres stand im Mittelpunkt des Festes.

 

babilon

 

Beim 1. Internationalen Berliner Bierfestival 1997 , haben wir die Sumerer als Erfinder des Bieres vor 6000 Jahren gewrdigt. Babylonisches Bier wurde mit Gerste und Daddeln von Euphrat und Tigris frs Bierfestival gebraut.

 
Pressestimmen zum 1. Internationalen Berliner Bierfestival

BER 200000 KAMEN ZUM 1. INTERNATIONALEN BERLINER BIER-FESTIVAL

Brgermeister Mendiburu (in der Reihe am Tisch, 1.v.l.) war nicht nur Gastgeber, sondern auch bereit, auf der "Bierfestival Presserunde" Rede und Antwort zu stehen.

Foto: Sven Gtte

Bereits zum Anfang unseres Jahrhunderts war Berlin in der Lage, sich die Biermetropole der Welt zu nennen. Die Frage ob sie wieder die Metropole des Gerstensaftes wird, lsst sich wohl erst in ein paar Jahren beantworten. Die Veranstalter des 1. Internationalen Berliner Bierfestivals auf der Karl-Marx-Allee haben sich zumindest alle Mhe gegeben, Biersorten- freunde und- Genieer  aus aller Welt in unser schnes Friedrichshain zu locken. Von der Koppenstrae bis zum Kino Kosmos gab es sage und staune 517 Biere aus aller Welt zum anschauen und probieren. Auf der acht A4 Seiten langen Liste waren vom Adelscott aus Frankreich bis zum Zunft Klsch aus Nordrhein-Westfalen eigentlich fr jeden Geschmack etwas dabei. Die Veranstalter legten groen Wert darauf, dass es sich nicht um ein "Biertrinker aller Welt vereinigt euch - Festival" handelt, sondern ihnen ging es darum, Bier als Nahrungsmittel der besonderen Art wieder etwas populrer zu machen. Berlin soll wieder Bierweltstadt werden. Besondere Aufmerksamkeit richteten sie dabei auch auf so genannte Biermixgetrnke wie Radler, Diesel oder das neu vorgestellte "Berliner Schwarze". Die Zielgruppen sind bei diesen Getrnken vor allem junge Leute und Frauen. Fr sie gab es Biere, die schlank machen, wenig Alkohol enthalten und viel wichtige Nhrstoffe und Vitamine besitzen. 92 Prozent der befragten Besucher des 1.Internationalen Berliner Bierfestivals haben sich dafr ausgesprochen, dass dieses Kulturereignis der besonderen Art im nchsten Jahr eine Fortsetzung findet. Das ergab eine Umfrage der Marktanalyse Concret Berlin. Whrend der drei Festivaltage vom 8. bis 10. August in der Friedrichshainer Karl-Marx-Allee wahren nach Zufallsauswahl 1102 Personen befragt worden. Die "lngste Theke der Welt" hatte rund 200000 Bierfreunde angelockt. ber 100 Brauereien prsentierten auf einem Kilometer Lnge 517 Biermarken. Mit solch einem groen Besucherandrang hatte der Veranstalter, die PRSENTA GmbH, bei der Festivalpremiere nicht gerechnet. "Die enorme Resonanz hat unser Konzept besttigt", resmiert Veranstaltungschef Lothar Grasnik. Er will, dass dieses Ereignis in der Hauptstadt, die die auch eine Biermetropole ist, knftig zur Tradition wird. Das Umfrageergebnis sei sozusagen noch der Punkt auf dem i. Der Termin fr das "2.Internationale Berliner Bierfestival steht auch schon fest: vom 7. bis 9. August 1998 soll sich wieder die Karl-Marx-Allee nach der Vorstellung des Veranstalters in eine zuknftige Biermeile verwandeln. Grasnik hofft dann auf noch mehr Aussteller, noch eine "lngere Theke", um sich damit einen Platz im Guinnes - Buch der Rekorde zu sichern. Wie viele Liter Bier whrend der drei Tage ausgeschenkt wurden, ist nicht bekannt, aber die dicht umlagerten mobilen Theken legen den Schluss nahe, dass die Aussteller ein gutes Geschft gemacht haben. Hervorzuheben bleibt noch, dass whrend der drei Tage alles friedlich geblieben ist und es zu keinen nennenswerten Zwischenfllen kam.

Berliner Lokalnachrichten vom August 1997

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Hauptstadt-Molle frs Berliner Bier-Festival

115 Brauereien aus 60 Lndern auf der Karl-Marx-Allee

Berlin wird drei Tage lang zum internationalen Mekka der Bierfreunde. Beim 1. Berliner Bierfestival, das vom 8. bis 10. August auf der Karl-Marx-Allee stattfindet, stellen 115 Brauereien rund 500 verschiedene Biere vor.
"Frst von Louny" gibt sich die Ehre und "Bishops Finger" ist dabei. Auch Black Jack, Highlander und Sauschneider schauen vorbei. Die Teilnehmerliste des Bierfestivals liest sich wie das "Who s who?" der internationalen Braukunst. 500 verschiedene Biere, weltweit gebraut in 115 Brauereien, werden von Freitag bis Sonntag zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor prsentiert. Die Namen der rund 60 Teilnehmerlnder reichen von A wie Australien bis Z wie Zypern.
Veranstalter Lothar Grasnick erwartet zur "Love Parade des Gerstensaftes" zwischen 250 000 und 300 000 Besucher. Er will zwar die lngste Freilufttheke der Welt aufbauen, eine "Saufmeile" soll es allerdings nicht werden.
Whrend die Berliner Bier-Fakultt extra zum Fest eine Hauptstadt-Molle braut, wird es mit dem "Crailsheimer Kellerbier" eine Weltneuheit geben. Besucher des Festivals knnen in einem speziellen 0,2-Liter-Probierglas die Gebrue kosten. "Wir haben das Versprechen der Teilnehmer, bei den normalen Bieren nur zwischen 1,50 und zwei Mark je Glas zu kassieren", so Grasnick.
Spezialitten wie der Germanentrunk ein dunkles Honigbier drfen allerdings auch etwas mehr kosten.
Am 9. August findet eine babylonische Nacht statt, zudem wird bei dem Fest der beste Berliner Bierkenner ermittelt.
"Von jedem verkauften Probierglas, jedem Festivalkrug und jeder Bierbibel kommt eine Mark den Opfern der Hochwasserkatastrophe an der Oder zugute", verspricht Grasnick. Fred Hasselmann
 

Berliner Zeitung vom 05.08.2025

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2.Internationales Berliner Bierfestival 1998

 

154 Brauereien aus 65 Lndern, 850 exklusive Bierspezialitten auf einer Lnge von 1,5 km. Live Musik auf 10 Bhnen, etwa 250000 Besucher. Beim 2. Internationalen Berliner Bierfestival 1998 standen die gypter im Mittelpunkt des Bierfestivals.

 

pharaobier

 

Das Pharaonen Bier wurde nach alter berlieferter Rezeptur, vom ltesten noch aktiven Braumeister Berlins, H

Pressestimmen zum 2. Internationalen Berliner Bierfestival

Zwickauer "Trabbi-Bier" wird auf Festival in Berlin gezapft

Foto: Peer Grimm/dpa

Auf dem 2. Bierfestival in zapfte Katrin gestern frisches "Trabbi-Bier" aus einer Zapfanlage, die in einen Trabant eingebaut ist. Der spezielle Gerstensaft wird in Zwickau nur fr besondere Anlsse gebraut. Insgesamt prsentierten sich auf der Veranstaltung in Berlin mehr als 115 Brauereien. Dabei knnen die Besucher des Festes unter rund 500 verschiedenen Biersorten whlen.

Freie Presse vom 8./9. August 1998

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1,5 Kilometer und das Schluck fr Schluck

Von Hans-Christian Bustorf

BERLIN - "Ein Zlatoplamen, bitte. "Nee, falsch. "Ein Zartopramen. "Mist, "Ein Zlatopramen, bitte." Endlich richtig ausgesprochen. Uff. Wer denkt sich nur solche Zungenbrecher als Biernamen aus. Kann ja nichts werden mit der Bestellung. Jedenfalls nicht nach der Hlfte der Strecke von 1,5 Kilometern beim Bierfestival an der Karl-Marx-Allee.

Soviel Bier. So gut. Das ist wie bei Mon Cheri. Wer kann da schon nein sagen - bei ber 800 Biersorten. Dabei hatte es so harmlos angefangen. Direkt am Frankfurter Tor. Odin - Trunk nennt sich das edle Gesff mit Honig. Schmeckt sffig. Kommt aus der Fels-Brauerei Weienfels und ist richtig gut, vor allem aus dem Trinkhorn. Kein Wunder, die Firma hie mal Germania Brauerei. Drei Stnde weiter lockt belgisches Kirschbier. Nach deutschen Reinheitsgebot, aber mit Vitamienen", preist die Verkuferin. Da muss ich einfach probieren. Schmeckt wirklich Kirschig, aber als berzeugter Vertreter des Reinheitsgebots ist das irgendwie nicht das Richtige fr mich. Aber es kommt noch besser. "Cubana" heit das Bier. Da ist Rum drin, kommt aber nicht aus der Karibik, sondern wird in Frankreich gebraut. Noch so ein Etikettenschwindel: Highlander. Soll rauchig schmecken wie Whisky, weil auch schottisches Malz drin ist, schmeckt aber einfach wie Bier, kommt aus Frankfurt. Was auffllt: Dunkle Biere sind unheimlich im Trend, wie das Kyritzer "Mord und Todschlag" - sffig, aber geht ganz schnell in den Kopf. Bis 21 Uhr steht die Biermeile heute noch offen. Na dann, Prost.

 

Fotos: Ulli P.

Der Bierkutscher und die Brauereipferde waren beim Bierfestival nur Kulisse. Der Gerstensaft kam aus dem Zapfhahn.

Berliner Kurier am Sonntag vom 9. 8. 1998

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3.Internationales Berliner Bierfestival 1999

 

Klosterbruder

165 Brauereien aus 70 Lndern, 1000 exklusive Bierspezialitten auf einer Lnge von 1,6 km. Live Musik auf 10 Bhnen, etwa 300000 Besucher.

 

Das 3. war das Fest der Klosterbrauereien. Wir ehrten Katharina von Bora, die Frau Martin Luthers, als lteste Braumeisterin. (Sie hat im Kloster brauen gelernt). Anlsslich ihres 500. Geburtstages, mit dem Katharinen Bier, das Herbert Schmidt fr unsere Gste braute.

   

Luther-Bier      Katharinenbier

Das Kathrinen Bier in Torgau gebraut, wird exklusiv von der Enkelin Frau Zerbst, von Martin Luther und Katharina von Bora in der 14.Generation vertrieben und beim 5. Bierfestival in der Region "mittelalterliches rund ums Bier" angeboten.

 

Pressestimmen zum 3. Internationalen Berliner Bierfestival

Eintausend Biersorten aus 66 Lndern knnen gekostet werden

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"Rezent" muss ein gutes Bier sein, erklrt Herbert Schmidt. Rezent? Ja, herzhaft, mit nachhaltiger Kohlensure eben rezent, ausgeglichen und vollmundig. Herbert Schmidt muss es wissen, denn er ist Berlins ltester aktiver Braumeister, und ist einer der Experten auf dem 3. Internationalen Berliner Bierfestival. 

Die Ausrede "das ist nicht mein Bier" - kann hier nicht gelten. Denn bis Sonntag haben Freunde des Gerstensaftes auf einer Biermeile von rund 1,5 Kilometern, in der Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor, die Wahl zwischen ber eintausend Biersorten aus 66 Lndern. Ob Lapin- Kulta- Bier aus Finnland, mongolisches Chinggis Beer, ob bekannte Premium- Pilsener oder das Bier aus Dingelsleben, ob Klassiker oder Neuheiten wie das Disko-Bier "Roter Oktober" - hier bieten Brauereien zwischen 10 und 22 Uhr alles an, was den Bierbauch freut. 

Neben der flssigen gibt es auch feste Nahrung, zum Beispiel Malzrahmsuppen oder Lammrcken auf Schwarzbiersoe. Wer davon noch nicht ausreichend berauscht ist, kann den Bands zuhren, die zwischen den Zapfhhnen aufspielen, am Sonnabend und Sonntag jeweils ab 9 Uhr in den Rumen der Karl-Marx-Allee 75 an einer Tausch- und Sammlerbrse teilnehmen, oder am Sonnabend um 11.30 Uhr zwei indische Elefanten vom Circus Busch an dem Festzentrum Karl-Marx-Allee/Ecke Strae der Pariser Kommune kennen lernen.

Bierkenner haben die Mglichkeit, am Sonntag um 17 Uhr ihr Wissen beim Bierkennerausscheid nach dem Motto: "Wer erkennt die meisten Biersorten" unter Beweis zu stellen. Dass nur Mnner sich da auskennen, ist offenbar eine Legende: Bisher hat stets eine Frau gewonnen.

Der Tagesspiegel vom 7. August 1999

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ber 1000 Biere warten auf durstige Genieer

1000sorten.jpg (22099 Byte)

Foto: Kolfink

1000 Biersorten aus der ganzen Welt bot das Bierfestival in Berlin. Mit dem extra fr das Festival gebrauten "Katharinen Bier" kam noch eine dazu.

Der Selbststndige vom Juli / August 1999

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4.Internationales Berliner Bierfestival 2000

 

bierstatut.jpg (169992 Byte)

(zum vergrern auf die Bilder klicken)

174 Brauereien aus 75 Lndern, 1250 exklusive Biermarken, etwa 350000 Besucher und stimmungsvolle Musik auf 10 Bhnen, entlang dem lngsten Biergarten der Welt (1,6 km) unter schattigen Bumen mitten im Herzen der Hauptstadt.

Das Berliner Bierstatut von 1370 fand beim 4. Internationalen Berliner Bierfestival seine Wrdigung. So auch die Bierregionen Berlin u. Brandenburg. Hhepunkt war das von den Braumeistern Herbert Schmidt und Horst Mcke gebraute Alt-Berliner Kannenbier. Ein Braunbier das die Berliner im 19.und 20.Jahrhundert konsumierten.

Seit dem 4. Internationalen Berliner Bierfestival ist der Bundesverband mittelstndischer Privatbrauereien e.V., Ideeller Trger des Berliner Bierfestivals.

Kannenbier

Herbert Schmitt

Herbert Schmidt der Schpfer des Kannenbieres zu Gast beim 4. Internationalen Berliner Bierfestival und Katrin Hopfenknigin aus Nordrheinwestfalen.

 

Pressestimmen zum 4. Internationalen Berliner Bierfestival

Anstich zum Bierfestival

Der größte Biergarten Berlins ist eröffnet. Der Fassanstich gestern um zwölf Uhr war der Start zum 4. Berliner Bierfestival auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain. Auf einer Länge von 1,6 Kilometern können die 300 000 erwarteten Besucher bis Sonntagabend 1200 Bierspezialitäten probieren, gebraut von 170 Brauereien aus 70 Ländern. Dabei sind so seltene Biere wie Khan-Bräu aus der Mongolei oder Hanfbiere, aber auch Sladdi's Shakesbier. Für die Untermalung der Bierprobe sorgen Bands auf 12 Bühnen mit stimmungsvoller Musik, unter anderem aus Kuba, Irland und Böhmen.

Berlins ältester Braumeister Herbert Schmidt braute Braunbier nach einem mittelalterlichen Rezept. Außerdem gestaltet seit diesem Jahr erstmals der "Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien" das Fest mit. Geht es nach dem Verband, soll es bei dem Ereignis aber nicht nur ums Trinken gehen: Wichtig ist vor allem die Bedeutung des Biers als Jahrtausende altes Kulturgut. Also frönt der bierfreudige Besucher gleichzeitig einem kulturellen Genuss - darauf sollte man anstoßen.

Berliner Morgenpost vom 5. August 2000

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Champagner oder Kirschbier

Gauklerfest und Internationales Bierfestival zogen Tausende Besucher an

Dass die Berliner Feste feste Feiern, ist kein Geheimnis. Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist die Hauptstadt als Party-Metropole berühmt. Nicht nur Massenveranstaltungen wie Love Parade oder Karneval der Kulturen locken Hunderttausende an. Auf unzähligen kleineren Festen - in diesen Tagen zum Beispiel Gauklerfest, Bierfestival und Harley - Davidson - Roadshow - kann man fröhlich feiern. .....Die Besucher des 4. Internationalen Bierfestivals an der Karl-Marx-Allee haben es dagegen einfacher. Nur wenige kleine Bühnen lenken von dem ab, um das sich alles dreht - 1200 Biersorten aus aller Welt. Bekannte Namen und Exoten wechseln auf der 1,6 Kilometern langen Biermeile ab. Helle Biere, dunkle Biere, Weizenbiere; dazwischen Kirsch- und Himbeerbier; Flaschen, Gläsern oder Krügen, süß, bitter, herb und wässrig; eiskalt, kühl und - leider - manchmal auch warm. "Jeder holt sich ein anderes Bier und dann vergleichen wir", sagt Helen aus Australien, die in Berlin studiert und mit drei Freunden nach Friedrichshain gekommen ist. Die Frage nach der bisherigen Lieblingsmarke lsst sich allerdings erst nach längerem Diskutieren klären - eine süddeutsche Kloster-Brauerei. Und das australische Bier? "Mein Lieblingsbier habe ich hier nicht entdeckt", sagt Helen. "Und die Sorte, die ich gesehen habe, trinkt in Australien fast niemand. Zufrieden mit der großen Auswahl ist auch eine Gruppe von Menschen, von der man es eigentlich gar nicht erwartet - ausgerechnet die bekennenden Nicht-Biertrinker. "Das schmeckt wirklich gut", stellt ein Paar aus Schöneberg fest, nachdem es sich für belgisches Sauerkirschbier entschieden hat. "Gar nicht wie Bier."

Berliner Morgenpost vom 6. August 2000

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Es gibt sie noch, die reinen Stoffe

An diesem Wochenende lädt das vierte internationale Berliner Bierfestival zum Trunk

Offensichtlich kann man nicht nur mit moderner Technomusik, sondern auch mit einem uralten Getränk immer noch große Menschenmassen mobilisieren. Nicht nur die Love Parade zieht Massen von Menschen an, auch das "Internationale Berliner Bierfestival", das an diesem Wochenende zum vierten Mal in der Karl-Marx-Allee stattfindet, bringt jährlich etwa dreihunderttausend Leute auf die Beine. .... Jenseits der Autofahrbahn, an der Nordseite der breiten Promenade, kann der Besucher unter einer Lindenallee auf einer Länge von mehr als einem Kilometer Hunderte von Pavillons finden, die mehr als tausend verschiedene Biere aus dem In- und Ausland anbieten. 

Im Mittelalter haben Städte um Bierrechte gegeneinander Krieg geführt oder es gab Aufstände, wenn der Gerstensaft missraten war. Heute braucht man, so scheint es, zusätzlich zum Bier laute, elektronische Musik, um die Menschen anzuziehen. Zwischen den Pavillons gibt es zwölf Bühnen, auf denen Rock-, Pop- oder irische Folk-Music-Bands spielen. Zudem haben verschiedene Bierstände eigene Musikanlagen und lassen Disco-Sound trällern. Die wenigsten Brauer scheinen zu spüren, dass ihr gemütvolles Getränk mit seinen natürlich Hopfen- und Malznoten nach wie vor am besten von ungekünstelter Blasmusik begleitet wird, während man unter Linden auf Bänken sitzt. Immerhin gehen die bayerischen, berlinerischen und böhmischen Brauer mit gutem Beispiel voran und lassen auf ihren Bühnen noch Musiker mit Blasinstrumenten spielen. Für jene Gäste, die das Bier lieben, aber kein Getriller, sollte es längere Reihen an Pavillons mit sanften Tönen geben, mehr Stände, die für eine gepflegte, biergartenartige Atmosphäre sorgen. Der Organisator für Messen und Veranstaltungen, die PRSENTA GmbH, hatte vor vier Jahren die Idee zu einem Bierfestival entwickelt. Wie ihr Geschäftsführer Lothar Grasnick gesteht, haben ihn Weinfeste dazu angeregt. Auch der Freund des Bieres sollte einmal die Möglichkeit haben, in ausgelassener Stimmung verschiedene Sorten zu verkosten. Doch meistens wird das Bier nur in große Gläser und Krüge eingeschenkt, so dass sehr trinkfest sein muss, wer mehrere Sorten probieren möchte. Wer gar, wie bei Weinproben, nach einem Spucknapf fragt, wird angeschaut, als käme er von einem anderem Stern. So ist der Trinker mit dem Vergleichen bald am Ende.

In diesem Jahr hat sich zum ersten Mal der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien als Träger an dem Bierfestival beteiligt, damit nicht nur die wenigen Großkonzerne der Branche, sondern auch die vielen kleineren Unternehmen in der Bundeshauptstadt präsent sind, weil sie dem eigenen Verständnis nach für Vielfalt und Güte des Bieres garantieren. Dennoch zeigt sich der Präsident des Verbandes, Rainer Pott, überrascht, wenn man das Bier seiner eigenen Brauerei wie einen Wein unter die Lupe nimmt. "Pott's Landbier hat eine schöne Bernsteinfarbe, duftet nach Malz und leicht nach Karamell, und die feine Säure ist gut in den Körper des Bieres eingebunden. Noch nach Minuten hat man einen feinen Geschmack im Mund. Eines der besten Biere bietet das "Brauhaus Spandau" unter dem Namen "Potzblitz" an. Die Farbe erinnert an Mocca, der Duft ist von leicht süßer, Malziger Würze, und die nicht filtrierten Schwebestoffe lassen den Genießer schweben.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. August 2000

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5.

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