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Alles rund ums Thema Bier |
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Inhaltsverzeichniss |
Wie wird Bier gebraut ?
(...dass forthin allenthalben in unseren Stdten, Mrkten, und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stcke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen..) |
Keiner wei genau, warum es passiert ist, vielleicht hat er sich auch nur grndlich den Magen verdorben. Jedenfalls war es am 23. April 1516 endlich soweit, dass Wilhelm IV., Herzog von Bayern, das lteste Lebensmittelgesetz der Welt ins Leben rief: das Reinheitsgebot. |
Nun aber zur Bierbrauerei: Dies ist ein komplizierter Vorgang, bei der viele Mechanismen ineinander greifen mssen. Da die alten gypter noch nicht allzu viel von Chemie verstanden, passierte es mehr als hufig, dass der Brauvorgang nicht wirklich erfolgreich abgeschlossen wurde. Wie schon im Reinheitsgebot beschrieben, braucht man zur Herstellung des Bieres Gerste. Gerste besteht aus 70% aus Strke. Diese Getreidestrke besteht wiederum aus aneinander geketteten Zuckerbausteinen. Durch Grung werden diese Zuckerbausteine freigesetzt. Zucker ist wiederum die Nahrung der Hefe, und die macht dann daraus Alkohol und Kohlendioxid. Dieser Vorgang ist nahezu identisch mit der Herstellung eines Brotes. Der Unterschied besteht nur darin, dass der Alkohol beim Backen entweicht, und das Kohlendioxid als Treibmittel verwendet wird.
Also, die Gerste wird zum Gren gebracht (Mlzen) und danach mit dem Brauwasser und Malz vermischt (Maischen). Was der Brauer jetzt in seiner Sudpfanne hat, wrde nach der Vergrung auch ein Bier ergeben. Es wrde aber an der von uns geschtzten Hopfenbittere fehlen. Deshalb wird die zuckerhaltige Flssigkeit jetzt zum Kochen gebracht und dann mit dem Hopfen gewrzt. Durch das Kochen verdampfen nach und nach groe Mengen an Wasser. Der Zuckergehalt steigt bis zur gewnschten Endstufe, dem so genannten Stammwrzegehalt. Als Faustregel gilt: Der sptere Alkoholgehalt des Bieres betrgt ungefhr ein Drittel des Stammwrzegehalts.
Durch Beimpfung der abgekhlten Wrze mit der Bierhefe nhern wir uns nun dem Schluss. Nun kann nmlich die Grung beginnen. Nach ungefhr einer Woche hat die Hefe den grten Teil des Zuckers umgesetzt. Nach einer Filtration ist das Bier nun fertig fr die Abfllung.
An einem guten Biere ist mehr gelegen als an medizinischen Goldessenzen, Herzpulvern und derlei sieben Sachen. Brauhuser und Bierkeller sind die vornehmsten Apotheken. Dr. J.F. Henckel, Stadtphysikus zu Leipzig. (1725) So alt wie das Bier ist auch die berzeugung von seinen heilenden Krften. So verordneten frher die Landrzte entsprechend dosiertes Bier, gegen Unter- und berernhrung, Blutarmut, Darmstrungen, Nieren- und Blasenerkrankungen. Auch Pfarrer Sebastian Kneipp trank tglich mit Behagen sein Bier, um gsund zu bleiben. Der groe Arzt Paracelsus verordnete warmes Bier gegen vielerlei Krankheiten. Und Dr. Knaustus, der viel gerhmte Syndikus des Domkapitels in Bremen, verffentlichte 1574 ein Buch, in dem er das Bier als Nahrungsmittel und Arznei rhmte, die sich im Krper zu Blut verwandle und unbndige Kraft verleihe. Freilich, damals ging noch nicht der Schreckensruf umher: Bier macht doch dick!, der heutzutage dem einen oder anderen Zecher den Spa nach dem vierten Glas und vielen Damen die Freude an einem khlen Pils verdirbt. Was ist wirklich wahr daran? Machen wir doch einfach den Vergleich: ein viertel Liter Vollmilch hat 152 Kilokalorien, die gleiche Menge Weiwein auch, ein viertel Liter Pils dagegen hat nur 105 Kilokalorien, und ebenso viel Altbier hat sogar nur 100 Kilokalorien. Wrden Sie sich nun nur vom Bier ernhren, knnten Sie je nach Sorte sechs bis sieben Liter trinken und htten damit den ntigen Tagesbedarf von 2.500 bis 3.000 Kalorien fr Leichtarbeiter zusammen. Woher kommt dann aber die Behauptung, dass Bier dick macht? Die Erklrung ist einfach. Man wird dick durch den Appetit, den das Bier erzeugt. Bier an sich ist nmlich sehr leicht verdaulich. Was es an Nhrstoffen besitzt (Kohlenhydrate und Eiwei) ist durch das Brauen auf natrliche Weise schon aufbereitet, man knnte sagen: vor verdaut. Bier macht aus diesem Grund nicht satt, es macht hungrig. Und das liegt an drei Stoffen im Bier, die appetitanregend wirken: dem Hopfen, dem Alkohol und der Kohlensure. Diese Kombination stimmt jeden Magen auf Essen ein. Nicht zuletzt spielt es auch eine Rolle, dass Bier verdauungs- frdernd wirkt. Was Sie also essen, liegt nicht lange im Magen, wenn Sie Bier dazu trinken. Sie haben dadurch nicht das Gefhl, zuviel gegessen zu haben, auch wenn das der Fall ist. Ein solches Zusammenwirken hat zur Folge, dass wir mehr essen, als wir eigentlich wollen. Deshalb bekommen Patienten, die keinen rechten Appetit haben, oft Bier vom Arzt verordnet. Und der Alkohol? Bewiesen ist, dass die geringen Mengen im Bier bei ein oder zwei Glsern eher gut als schdlich sind. Es hebt die Stimmung, regt den Kreislauf sowie die Atmung an bewirkt eine gute Nierenfunktion.
Bier und Brot macht Wangen
rot.
Seit es Bier gibt, wurden ihm gar viele Dinge nachgesagt. So soll es im 16. Jahrhundert einen Hofapotheker gegeben haben, er hie Johann Casimir Saugfu. Dieser soll den Frauen ernsthaft geraten haben, Gesicht und Busen regelmig und grndlich mit Bierschaum einzureiben. Gesagt, getan: Der Ehemann der Knigin Luise von Preuen (1776-1810) beklagte sich oft ber ihre mangelhafte Flle oberhalb des Grtels und nrgelte so lange herum, bis ihre Majestt die vom Hofmedikus und vom kniglichen Gemahl verordnete Kur befolgte: Bei Tisch vor, whrend und nach der Mahlzeit Stettiner Bier zu trinken, auf Reiten verzichten und den Busen dreimal tglich sehr grndlich mit Bier einreiben! Die Kur muss berraschend Erfolg gehabt haben, denn ein zeitgenssischer Chronist wusste zu berichten: Der Knig wurde mit dem Busen seiner Gemahlin immer zufriedener. Auch ein Coiffeur, der das Haar seiner verwhnten Kundinnen nach dem Waschen mit einer geheimnisvollen Lotion fixierte, bekam gewaltigen Zulauf. Auffllig war nur, dass sein patentiertes franzsisches Geheimnis auffallend nach Malz und Hopfen duftete. Es war nichts weiteres als schlichtes Bier. Heut waschen sich noch viele Frauen die Haare mit Bier. Die Haare wrden auf diese Weise besonders weich und seidig wenn man das Bier nachher wieder aussplt. Tut man das nicht, so tritt ein anderer Effekt ein: Das Bier wirkt als Haarfestiger. Es empfiehlt sich brigens, fr diesen Zweck ein helles Bier zu nehmen. Zwar riecht dunkles Bier aromatisch aber eben nach Malz. Und das mag nicht jeder im Haar haben. Aus alten Dokumenten knnten noch viele Beispiele fr die heilkrftige Wirkung des Bieres aufgezhlt werden. So wirkt Bier anregend bei Atembeschwerden und Kreislaufschwche, ist arm an Kochsalz, aber reich an Eiwei, Phosphorsure, Mineralien und Vitaminen der E- und B-Gruppe. Auerdem enthlt es Fluor, das den Zahnschmelz schtzt.
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rzte, Apotheker, Naturheiler, sie alle kannten und kennen die gesundheitsfrdernde Wirkung des Bieres. Es wirkt beruhigend und stimulierend, senkt den Blutdruck und hilft bei einer ganzen Reihe von Beschwerden, natrlich nur, wenn es mavoll eingesetzt wird. Verantwortlich dafr ist vor allen Dingen der Hopfen, dessen Wirkung schon seit jeher bekannt ist. Frher wurde Bier bei allen mglichen Krankheiten eingesetzt. Entweder als direkter Wirkstoff oder als Transportmittel fr andere Wirkstoffe, wie Kruter, weil schon lange die allgemein gut tuende Wirkung des Bieres bekannt war. |
Bier wurde verwendet gegen Hmorrhoiden, Atemnot, Schwellungen, zur Blutreinigung, gegen Brustentzndungen, bei Durchfall, Ruhr, Menstruationsproblemen, Appetitlosigkeit, Tollwut, Nieren- oder Blasensteinen, Husten, Gicht, Verstopfung, belkeit, sogar gegen die Pest.
Bier hilft wissenschaftlich betrachtet natrlich nicht gegen dies alles, aber es steigert das allgemeine Wohlbefinden und hat auch sonst eine nachweisbare gesundheitsfrdernde Wirkung, wenn nicht zuviel getrunken wird. Bier war auerdem lange ein sehr gesundes Getrnk, weil das Brauwasser, im Gegensatz zu Wasser aus Flssen, Bchen und Brunnen, abgekocht wurde und somit viele Keime und Bakterien abstarben.
Bier wurde in der Hausapotheke viel fachst verwendet, es war ein Mittel fr Mensch und auch fr das Tier. Viele Verletzungen bei Pferden wurden mit Bier behandelt, in dem man es mit anderen Zutaten mischte und es dem Pferd einrieb.
Durch Bier 100 Jahre alt werden?
Die Vorstellung, Bier sei ein gesundheitsfrderndes Getrnk, ist weit verbreitet. Man nimmt an, dass sie aus dem Mittelalter stammt.

Dass Bier auch oft als flssiges Brot bezeichnet wird, geht auf mittelalterliche Klosterbrder zurck. Sie hatten immerhin die Fastenzeit zu berbrcken! Da aber Flssiges erlaubt war, brauten sie sich ein kalorienreiches Bier. Ein Glas Bier enthlt ebenso viele Kalorien wie ein Brtchen. Da Biertrinken den Appetit anregt, kann es schnell passieren, dass man zuviel isst. Als Schlafmittel soll Bier auch gut geeignet sein, was aber bis heute nicht bewiesen wurde. Hopfen ist in der Naturheilkunde schon lange als Beruhigungsmittel bekannt, was daran liegt, dass der Hopfen der nchste Verwandte der Cannabis-Pflanze ist. Letztlich ist aber wohl der Alkohol dafr verantwortlich, dass man entspannter wird und leichter einschlft.

Bei der Aufbewahrung ist die Lichtempfindlichkeit des Bieres zu beachten: Bierflaschen sollten stehend, dunkel und khl gelagert werden. Um Geschmackseinbuen zu vermeiden, sollte der Hausvorrat nach sechs Wochen aufgebraucht sein. Bier ist jedoch erheblich lnger haltbar. Auch beim Einschenken gibt es einige Regeln: Die Glser mssen fettfrei sein - fettige Glser sind nicht nur unappetitlich, sondern lassen auch den Schaum sofort in sich zusammenfallen - und unmittelbar vorm Eingieen nochmals mit kaltem Wasser ausgesplt werden. Ein Pilsglas sollte langsam mit der ersten Schaumkrone bis zum oberen Rand gefllt werden. Nun heit es warten, bis sich der Schaum gesetzt hat. Wird jetzt noch zwei- bis dreimal nachgezapft, erhlt man bereits nach drei Minuten eine schne Schaumkrone und weist die so genannte Bier-Weisheit "Ein gutes Pils braucht sieben Minuten" ins Reich der Legende.
Weizenbier schmeckt nur richtig aus den speziellen, leicht geschwungenen, hohen Glsern: So knnen die kleinen Kohlensureblschen vom kleinflchigen Boden aufsteigen und fr die typische sprudelnde Frische sorgen. Beim Einschenken ist die Flasche schrg zum Glas zu halten, bis die Schaumkrone den Rand erreicht hat, und dann vorsichtig nachgieen. Vorsicht ist bei bereifrigen Aushilfskellnern angebracht, die das Weizenbier mit einer Scheibe Zitrone veredeln wollen: Dieser gut gemeinte Versuch, die Bitterstoffe im Bier zu binden, verflscht den reinen Geschmack und lsst jede liebevoll Herangezchtete Schaumkrone traurig in sich zusammenfallen!
Die mittelalterliche Naturwissenschaftlerin und rztin Hildegard von Bingen (1098-1179) beschrieb in ihren Werken die positive Wirkung mavollen Biergenusses auf schwermtige Seelen: Bier hebt den Mut, frdert die Regeneration der Seelenkrfte und krftigt den Leib. Die moderne Stressforschung besttigt den gnstigen Effekt des Bieres auf die geschundene Psyche und den angeschlagenen Krper. Bier ist gut fr Elektrolythaushalt, Blutzucker, Fettstoffwechsel, Zhne und Blutgerinnung und vermindert Herzkreislauferkrankungen, was nicht allein an der geferweiternden Wirkung des Alkohols liegt. Die harntreibende Kraft des Bieres fhrt vielmehr zu einer erhhten Ausscheidung von Natrium im Urin. Dadurch senkt sich der Blutdruck. Bemerkenswert ist dabei, dass es trotz des signifikanten Anstiegs des Urin Volumens zu keiner Ausschwemmung von lebenswichtigen Elektrolyten wie Magnesium, Calcium oder Kalium kommt. Im Gegenteil ist eine Stunde nach dem Biergenus ein erhhter Blutmagnesiumspiegel festzustellen, der wiederum Abhilfe bei Verkrampfungen der Skelettmuskulatur schafft und Herzrhythmusstrungen entgegenwirkt. Auch an der Spannungslsenden, ja Schlaffrdernden Wirkung des Bieres besteht aus wissenschaftlicher Sicht kein Zweifel. Im brigen macht der leicht verdauliche Gerstensaft auch nicht dick, sondern nur Appetit: Auf der Kalorientabelle rangiert das Bier (44Kcal/100ml) weit hinter Milch (66Kcal/100ml) und Rebensaft (74Kcal/100ml) Das heit natrlich nicht, dass man immer gesnder wird, je mehr Bier man abkippt: Seit Theophrasius Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, wissen wir, dass die Dosierung das Gift von der Medizin unterscheidet. Als Faustregel fr den mavollen Biergenus ist die tgliche Menge von 8 ml Bier pro Kilogramm Krpergewicht empfohlen, was bei einem Gewicht von 70kg einem halben Liter entspricht. Frauen bauen den Alkohol in ihrem Krper etwas langsamer ab und sollten sich deshalb auf 5ml pro Kilo beschrnken, um gute Voraussetzungen fr ein langes und gesundes Leben zu schaffen.
TRENDS RUND UM DEN GERSTENSAFT

In immer krzeren Abstnden machen Fusionen und bernahmen von teilweise weltweit agierenden Brauereikonzernen Schlagzeilen. Die Globalisierung macht vor dem Bier nicht halt! Der Trend zu Massenbieren ist nicht aufzuhalten. Knallharte konomische Interessen sorgen fr einen ungebremsten Verlauf dieser Entwicklung. Die wahre Bierkultur hat Jahrtausende berdauert und wird auch durch Globalisierung und Massenbiere nicht verdrngt oder gar eingeschlfert. Vom Verbraucher werden viele Biere der Hektoliter - Millionre oftmals nur noch als Langweiler wahrgenommen. Gerade jngere Erwachsene sind durch die nicht selten plump aufdringlichen - manchmal hirnlosen Werbetexte kaum als Bierfreunde zu gewinnen. Auch durch Geschmacksvereinheitlichung wird das Image des Bieres wohl eher beschdigt. Hier liegt die Chance fr die Mittelstandsbrauereien, fr den Gasthausbrauer und den Kleinbrauer. Sie knnen durch Sortenvielfalt und Innovationen auf regionale Geschmacksrichtungen viel besser eingehen. Wer ber ein gutes Konzept verfgt, kann mit Bierspezialitten nach vllig neuen und uralten Rezepturen seine Marktnische finden. Mittelstandbrauer, die ber viele Jahre gegen den Branchentrend Ausstozuwchse verzeichnen beweisen, das man mit Mut und Einfallsreichtum auf einem schwieriger gewordenen Markt sehr wohl bestehen kann. Wer die Atmosphre zum Beispiel in einer frnkischen Privatbrauerei kennen gelernt hat, wird schwerlich bestreiten knnen, dass auch im neuen Jahrtausend das Bier fr Geselligkeit, Wohlbefinden und fr Lebensqualitt sorgt. Viele Entwicklungen in allen Bereichen des Lebens, von der Jeansmode bis zum Industrie-Design begannen ihren Siegeszug um den Erdball in America. Ein Blick auf die schnell und krftig wachsende Anzahl von Mikrobrauereien in den USA im Verlauf der letzten Jahre lsst die berzeugung reifen:
Hopfen und Malz fr die Biere der Welt ist noch lngst nicht verloren!
Fr Deutschland
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1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
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Brausttten |
Anzahl |
1.282 |
1.276 |
1.273 |
1.285 |
1.277 |
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Bieraussto |
1.000 hl |
116.900 |
114.200 |
114.800 |
111.700 |
112.800 |
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Bierverbrauch |
1.000 hl |
110.999 |
107.987 |
107.679 |
104.550 |
104.629 |
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Bierausfuhr |
1.000 hl |
8.579 |
8.999 |
9.237 |
8.930 |
9.464* |
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Anteil am Aussto |
% |
7,3 |
7,9 |
8,0 |
8,0 |
8,4 |
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Biereinfuhr |
1.000 hl |
3.215 |
3.015 |
3.279 |
2.823 |
3.054 |
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Anteil am Verbrauch |
% |
2,9 |
2,8 |
3,0 |
2,7 |
2,9 |
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Pro-Kopf-Verbrauch |
Liter |
135,9 |
131,9 |
131,2 |
127,5 |
127,5 |
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Beschftigte |
Anzahl |
47.400 |
47.100 |
44.000 |
43.500 |
43.000 |
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Umsatz |
Mill. DM |
19.700 |
19.200 |
18.900 |
18.500 |
18.300 |
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Biersteuer-Einnahmen |
Mill. DM |
1.779 |
1.719 |
1.698 |
1.647 |
1.651 |
Ganz ohne Gose luft die Chose nicht
Die Leipziger Bierspezialitt erlebt an der Pleie eine feuchte Renaissance
Der Mann heit Dieter Zimmer und ist bekannt vom Fernsehen. Er hatte beim ZDF in vielen Wahl-Sendungen den Hut auf und verkndete oftmals dem wissbegierigen Fernsehpublikum, welche Partei die Nase vorn hatte. Was weniger bekannt ist - er stammt aus Leipzig und war in seiner Jugendzeit - heute wrde man sagen - Chemie Leipzig-Fan.
Als Erwachsener hatte er seine Wahl - was das Lieblingsbier betrifft - auch als Mainzer schnell getroffen: Leipziger Gose. Das verkndete Zimmer im Vorwort der Festschrift zu einem ganz besonderen Jubilum einer ganz besonderen Leipziger Restauration - dem 100-Jhrigen der Gosenschenke Ohne Bedenken im Jahre 1999.
Wo Gosenschenke draufsteht ist natrlich auch Gose drin. Aber was ist Gose?
Erst einmal ein obergriges Bier. Aber was ist das Besondere daran? Im Gosenlied von Hermann Schanze aus Leipzig heit es im Originaltext:
Die Annelies, die Annelies, die Anneliese selber
Schenkte ihm die Gose als Liebestrank ein.
Die fachte seiner Seele Glut
Zu hellen Flammen an
Und half ihm, sich bewhren
Als Ehemann.
Also eine Art Liebestrank? Dichter Fritz Lange reimte:
Mir habn scheenes Lagerbier,
Mir habn wie freit mich das,
Je och die siee Gose hier
Im hohen Stengelglas.
Also auch etwas fr Shhne. Sicherlich alles Geschmackssache. Zitieren wir deshalb aus dem Prfbefund Nr. 1654/86 vom Amt fr Standardisierung, Messwesen und Warenprfung beim DDR-Ministerrat, Fachabteilung Nahrungsgter, Fachgebiet Getrnke Leipzig vom 25. April 1986: Aussehen: trb, leicht absetzend; Schaum: reichliche Menge, standfest, gut haftend; Geruch: aromatisch, leicht wrzig-weinig; Geschmack: etwas wrzig-weinig, angenehme Surenote, harmonisch, rein, sehr rezent.
Das war sozusagen die DDR-amtliche Gose.
Ein Trinkspruch besagt, dass dieses Getrnk auch unter der knftigen Intelligenz viele Freunde hat:
Es trinken tglich die Studiosen
So zwischen zwei und zwanzig Gosen!
Die Gose erhht offensichtlich auch das Denkvermgen. Dabei ist es im Falle Leipzig unerheblich, dass der Name des Gebrus von einem Harzer Flsschen stammt und auch mit Goslar in Verbindung gebracht wird. An der Pleie gilt jedenfalls: Ganz ohne Gose luft die Chose nicht!.
in Berlin das Bier-Zepter schwingen...
Fiktives Interview mit dem Leipziger Dr. med. Daniel Gottlieb Moritz Schreber
War er es nun oder war er es nicht? Dr. med. Daniel Gottlieb Moritz Schreber kann diese Frage nicht mehr selbst beantworten. 1861 ging der Leipziger Mediziner und Gelehrte im Alter von nur 53 Jahren in den ewigen Schrebergarten ein. Sein Name ist heute noch millionenfach in Deutschland prsent. In diesem Jahr auch bei PRSENTA, denn beim 6. Internationalen Berliner Bierfestival prsentiert sich die schsische Braukunst auf der Berliner Karl-Marx-Allee im grten schsischen Schrebergarten Berlins.
Die Bier-Bibel nahm das zum Anlass, um mit Dr. Schreber ein fiktives Interview zu fhren.
BB: Sind Sie nun der Erfinder des Schrebergartens, wie vielfach zu lesen ist und die meisten Menschen denken - oder nicht?
Dr. Schreber: Was mir so alles angedichtet wird... Ich habe in meinem Fachbereich als Mediziner und Hochschullehrer an der Universitt Leipzig Etliches erforscht und geschaffen. So war ich auch Mitbegrnder des ersten Leipziger Turnvereins, aber von den so genannten Schrebergrten hatte ich zu meinen Lebzeiten keinen blassen Schimmer.
BB: Wie kommen denn dann diese Grten zu Ihrem Namen?
Dr. Schreber: Ganz einfach: Drei Jahre nach meinem Ableben wurde in Leipzig durch Dr. phil. Ernst Innocenz Hauschild in Leipzig ein Verein gegrndet, der die Kindererziehung mit Spielpltzen frdern sollte. Diesen nannte man mir zu Ehren Schreberverein. Den ersten Spielplatz, den dieser Verein 1865 anlegte, nannte man Schreberplatz. Oberlehrer Heinrich Karl Gesell legte dort Grtchen an, in denen die Kinder Grtnern lernen sollten. Aber leider misslang der Versuch, und die Grten verwahrlosten. Spter bernahmen diese die Eltern und nannten sie ganz einfach Schrebergrten.
BB: Genau genommen werden diese nun beim Bierfestival in Berlin zu Biergrten umfunktioniert. Wren Sie damit einverstanden?
Dr. Schreber: .Ich selbst zog immer ein Schlchen Heeen einer Gose vor. Aber weil die Schrebergrten vorher Spielpltze waren - warum sollen sie nun nicht auch als Biergrten dienen, sozusagen als Spielpltze fr Bierfans. Wir Sachsen sind doch gemietlich, und wenn wir schon mal in Berlin das Bier-Zepter schwingen, warum dann eigentlich nicht im Schrebergarten...
Von Wolfgang Kunze, Dresden-Radebeul
In Sachsen wurde immer schon viel Bier getrunken. Das Recht, Bier zu brauen, das Braurecht, spielte deshalb immer eine bedeutende Rolle, indem man versuchte, die Konkurrenz in den Nachbarstdten klein zu halten. In Sachsen kam es im Mittelalter zweimal zu einem Bierkrieg, in die die Stadt Zittau beide Male verwickelt war.
So verbot 1474 die rund 30 km entfernte Stadt Grlitz den Ausschank von fremdem Bier, womit in erster Linie das Zittauer gemeint war. Da die Importe aus Zittau jedoch weiterliefen, strmten Grlitzer Brger kurzerhand eine Bierfuhre im Dorf Schlegel und zerschlugen die vollen Fsser. Die Stelle heit heute noch die Bierpftze.
Natrlich schlugen die Zittauer Bierliebhaber zurck und es kam zu Handgreiflichkeiten, bei denen angeblich erhebliche Mengen von Blut auf beiden Seiten flossen.
1662 kam es dann zum unblutigen Oberlausitzer Bierkrieg zwischen Zittau und Lbau. In der Nhe von Eibau, wo damals noch Zittauer Bier ausgeschenkt wurde, hatte die Stadt Lbau in ihrem Stadtwald ein Frsterhaus errichtet, um Holzdiebsthlen vorzubeugen. Der Frster schenkte Bier aus, natrlich Lbauer, weil er ja Lbauer Brger war und das Bier dorther bezog. Bei 50 Talern Strafe wurde dem Frster durch Beschluss des Landesfrsten verboten, knftig Lbauer Bier auszuschenken, weil weit und breit kein Lbauer Unterthan wohne. Daraufhin errichteten die Lbauer um das Forsthaus etliche Wohngebude und damit ein Drfel. Daraufhin drohten die Eibauer im Gegenzug ihren Brgern mit Geld- und Haftstrafen, wenn sie dorthin gingen, um Lbauer Bier zu trinken.
Erst 1691 wurde die Lage endlich rechtlich saniert und Eibau erhielt ein eigenes Braurecht, das sich bis auf den heutigen Tag in Form des Mnch-Bru Eibau erhalten hat. Zur Erinnerung an diese Auseinandersetzung und die Verleihung der Braurechte veranstalten die Eibauer in der Mitte jeden Jahres von Walddorf aus nach Eibau einen umfangreichen Festumzug, in dem sich nicht nur die Brauerei, sondern die ganze Stadt umfassend prsentiert.
Das war aber nicht das einzige Mal, dass es zu Auseinandersetzungen ber die Bierherstellung und den Ausschank des Bieres in Sachsen kam. So wurde in vielen Stdten eine Biermeile festgelegt, innerhalb derer nur Stadtbier ausgeschenkt werden durfte. Anders Bier durfte innerhalb dieser Meile von 15 km weder hergestellt noch ausgeschenkt werden. Es gab jedoch sehr hufig Streit darber, wo die Ausmessung der Meile beginnen sollte. Zuweilen wurde die Begrenzung des Verkaufes auch zeitmig begrenzt. So durfte Ende des 18. Jahrhunderts die ob ihrer Qualitt beliebte Gludsche Gose aus Gauzig nur in einem Bezirk von zwey Stunden ausgeschenkt oder verkauft werden. Auch hier blieb die Definition im Vorautozeitalter im Unklaren. Die Auseinandersetzung darber wurde hufig langwierig vor Gerichten ausgetragen.
Heute werden die Bierkriege ber die Werbung, die Aufmachung und Vielfalt der Gebinde, ber Spezialitten und ber den Bierpreis ausgetragen. Das ist unblutig, aber sehr effektvoll. Immer aber ging und geht es um den Umsatz und den Marktanteil, wie wir heute sagen.
Das nicht immer ganz stubenreine Bier-ABC
Von August der Starke bis zum Stralsunder Zwickelfritz
Merkwrdigkeiten sind in der Welt des Bieres durchaus an der Tagesordnung. So in der Vielzahl der ganz speziellen Sorten mit dem besonderen Touch und Geschmack. Aber auch bei der Namenstaufe der Hopfen-Tropfen in Vergangenheit und Gegenwart waren und sind der manchmal auch nicht ganz stubenreinen Phantasie keine Grenzen gesetzt.
August der Starke: Bier aus Hof
Auweh: Bier aus Lizerode
Bauchweh: Bier aus Grimma
Edelsnde: Grorhrsdorfer Bier
Fried und Einigkeit: Kyritzer Bier (wie Mord und Todtschlag)
Gig Kutscherbier: Bamberger Bier
Hundt: Bier aus Dassel im Braunschweigischen, bei dem der Magen knurrte
Kackebelle (auch Cacabelle): Bier aus Eckernfrde, das guten Stuhlgang machte.
Kater: Ein in Stade gebrautes Bier, das nach krftigem Umtrunk tchtigen Katzenjammer auslste.
Klatsch: Zungelsendes Bier aus Jena
Klitzemilch: Bautzner Bier
Kopfreier: Merseburger Bier
Krabbelanderwand: Eislebener Bier
Muff & Buff: Magdeburger Bier
Potzblitz: Gardelegener Bier
Premium Krawallor: Eibauer Bier
Pupasch: Bier aus Uslar
Rastrum: Leipziger Bier, das soviel wie Hacke oder Spaten bedeutete und im Kopf herumraste.
Rostocker l: Rostocker Bier
Mord und Totschlag: Kyritzer Bier
Prostel: Bauer-Bier aus Leipzig
Schlunz: Erfurter Bier - Schlunzius, Du schmeckst mir wohl in meinem Muntzius!
Schusterjunge: Schwarzbier aus Weienfels
Schmeis in den Nacken: Gstrower Bier, das beim knlligen Hineinsaufen heftige Genickschmerzen verursachte.
Zwickelfritz: Bierspezialitt aus Stralsund
BIER-PIVO-BIRRA-BEER-CERVEZA